Schützenhaus Belgern – Danke für 11 unvergessliche Jahre!
Manche Geschichten enden. Doch die Erinnerungen bleiben für immer.
Liebe Freunde, liebe Gäste, liebe Wegbegleiter,
es gibt Entscheidungen im Leben, die einem unglaublich schwerfallen. Entscheidungen, die man lange vor sich herschiebt, weil das Herz etwas anderes möchte als der Verstand.
Es hat sich ja schon rumgesprochen, aber nun müssen wir Euch leider mitteilen, dass das Schützenhaus Belgern nach elf ereignisreichen Jahren seine Türen geschlossen hat – zumindest was uns beide (Oli & Maik) betrifft.
Mit dem Fasching 2026 ist für uns eine ganz besondere Reise zu Ende gegangen.
Als wir zu Fasching 2015 das Schützenhaus eröffneten, wussten wir nicht, was die kommenden Jahre alles für uns bereithalten würden. Wir hatten Ideen, Träume, jede Menge Idealismus und vor allem den Wunsch, einen Ort zu schaffen, an dem Menschen zusammenkommen, gemeinsam feiern, lachen und den Alltag für ein paar Stunden vergessen können.
Was daraus entstanden ist, hätte damals wohl keiner von uns geahnt.
Aus einer Idee wurde eine Leidenschaft.
Von Anfang an haben wir unglaublich viel Zeit, Kraft und Herzblut in dieses Haus gesteckt.
Wir haben gebaut, umgebaut, geschraubt, geplant, organisiert und so manche Nacht zum Tag gemacht. Dabei standen uns immer wieder Menschen zur Seite, die mit angepackt haben – oft ganz selbstverständlich und ohne eine Gegenleistung zu erwarten.
Ohne Euch wäre vieles niemals möglich gewesen.
Wir wollten nie einfach nur einen Saal mit einer Theke betreiben. Wir wollten etwas Besonderes schaffen. Einen Veranstaltungsort, der auch technisch einiges zu bieten hat. Deshalb haben wir immer wieder in Ton- und Lichttechnik, Showlaser und Videotechnik investiert.
Nicht, weil es unbedingt sein musste, sondern weil wir mit Leib und Seele dabei waren. Weil wir wollten, dass jede Veranstaltung zu einem Erlebnis wird.
Und wenn wir heute zurückblicken, können wir mit Stolz sagen: Wir haben gemeinsam verdammt viel erlebt!
Was waren das für Zeiten!
Wer erinnert sich nicht an unsere legendären 90er-Jahre-Partys mit Brooklyn Bounce, SNAP! und DJ Quicksilver?
An die 80er-Jahre-Partys mit Modern Talking Reloaded? An Dirk Duske und seine 80er-/90er-Video-Disko, die uns musikalisch und mit den passenden Bildern auf Zeitreise schickte?
An unzählige DJs, durchtanzte Nächte, volle Tanzflächen und Gäste, die eigentlich nur auf ein Bier vorbeikommen wollten und erst in den frühen Morgenstunden nach Hause gingen?
Ein ganz besonderes Kapitel waren natürlich die großen Faschingspartys mit dem NCC. Jahr für Jahr wurde gefeiert, getanzt und gelacht. Mit Fasching fing 2015 alles an – und mit Fasching endete 2026 unsere Geschichte.
Auch musikalisch hatte unser Schützenhaus einiges zu bieten.
Wir denken an die schönen Frühlings- und Weihnachtskonzerte mit den Rolandstädter Blasmusikanten. An Liveauftritte von Karussell, Komathös, Pogoexpress und Resilienz. An Stefan Mross und Anna-Carina Woitschack. An die Academixer, die mit ihrem Kabarett für beste Unterhaltung sorgten.
So viele Künstler, so viele unterschiedliche Veranstaltungen und vor allem so viele Menschen, die unser Haus mit Leben gefüllt haben.
Und dann waren da noch die Feste außerhalb des Schützenhauses.
Die Sommerfeste auf der Freilichtbühne, unserem „Döner“, mit dem legendären Menschenkicker. Die Pfingstfeste, das Stadtfest in Belgern und unsere jährlichen Oktoberfeste.
Auch dort haben wir uns immer wieder mit voller Kraft eingebracht, organisiert, aufgebaut, Technik bereitgestellt und versucht, für Belgern und seine Menschen etwas auf die Beine zu stellen.
Es war oft anstrengend. Manchmal lagen die Nerven blank. Und bestimmt haben wir uns mehr als einmal gefragt, warum wir uns das alles eigentlich antun.
Aber dann kam eine dieser Nächte, in denen einfach alles passte. Die Musik, die Stimmung, die Menschen. Und wir wussten wieder ganz genau, warum wir das machen.
Auch schwierige Zeiten haben wir gemeinsam überstanden.
Nicht immer war alles einfach.
Die Corona-Jahre haben auch uns vor große Herausforderungen gestellt. Veranstaltungen fielen aus, Planungen wurden über den Haufen geworfen und niemand wusste, wie es weitergehen würde.
Aber wir haben durchgehalten.
Wir haben weitergemacht, immer wieder neue Ideen entwickelt und daran geglaubt, dass es sich lohnt, für dieses Haus zu kämpfen.
Umso schwerer fällt uns nun dieser letzte Schritt.
Warum wir nun Abschied nehmen müssen.
So sehr wir uns auch gewünscht hätten, die Geschichte des Schützenhauses weiterzuschreiben – am Ende müssen wir der Realität ins Auge sehen.
In den letzten Jahren hat sich das Ausgeh- und Feierverhalten verändert. Trotz aller Bemühungen wurden die Besucherzahlen geringer. Gleichzeitig liefen die Kosten für den Betrieb und die Veranstaltungen weiter.
Irgendwann kommt der Punkt, an dem Leidenschaft, Idealismus und persönlicher Einsatz allein nicht mehr ausreichen, um einen Veranstaltungsort wirtschaftlich am Leben zu halten.
Und genau an diesem Punkt sind wir angekommen.
Diese Entscheidung haben wir uns alles andere als leicht gemacht. Denn für uns war das Schützenhaus nie einfach nur ein Geschäft.
Es war ein Stück unseres Lebens.
Elf Jahre, in denen wir unzählige Stunden investiert, auf vieles verzichtet, Rückschläge eingesteckt und trotzdem immer wieder weitergemacht haben.
Aber wir möchten auch ehrlich sein: Auf Dauer lässt sich ein solcher Betrieb ohne die notwendige Besucherresonanz nicht mehr aufrechterhalten.
Deshalb haben wir uns schweren Herzens entschieden, das Kapitel Schützenhaus Belgern zu beenden.
Was bleibt, ist vor allem eines: DANKE!
Es gibt so viele Menschen, denen wir an dieser Stelle danken möchten.
Allen voran unseren Familien.
Ihr habt in all den Jahren unglaublich viel mitgetragen. Ihr habt Verständnis gezeigt, wenn wir wieder einmal keine Zeit hatten. Ihr habt uns unterstützt, mitgeholfen, auf vieles verzichtet und uns den Rücken freigehalten. Ohne Euch hätten wir das niemals so lange geschafft.
Danke an alle, die beim Um- und Ausbau des Schützenhauses mit angepackt haben. Die ihre Freizeit geopfert, geschleppt, geschraubt, gestrichen und mit uns gemeinsam etwas geschaffen haben, auf das wir stolz sein können.
Danke an unsere Leute hinter der Bar und an alle Helfer, die unzählige Veranstaltungen begleitet haben. Ihr wart ein unverzichtbarer Teil dieser Geschichte.
Ein ganz besonderer Dank gilt unseren Stammgästen.
Ihr wart diejenigen, die über all die Jahre die Stellung gehalten haben.
Die immer wieder da waren. Die mit uns gefeiert, gelacht und manchmal sicher auch geschimpft haben. Die nicht nur Gäste waren, sondern irgendwann einfach dazugehört haben.
Danke an alle Künstler, Musiker, DJs, Vereine, Veranstalter und Unterstützer, mit denen wir in diesen elf Jahren zusammenarbeiten durften.
Und natürlich danken wir jedem einzelnen Gast, der jemals den Weg zu uns gefunden hat.
Ob zur großen Party, zum Konzert, zum Fasching, zum gemütlichen Abend oder einfach nur auf ein Bier.
Ihr alle habt das Schützenhaus zu dem gemacht, was es war.
Ein letzter Blick zurück …
Wenn wir heute durch das Schützenhaus gehen, sehen wir nicht einfach nur einen leeren Saal.
Wir sehen die Menschen, die hier getanzt haben.
Wir hören die Musik, das Lachen und den Applaus.
Wir erinnern uns an die vielen Gespräche an der Theke, an durchfeierte Nächte, an große Veranstaltungen und kleine, ganz persönliche Momente.
An Freundschaften, die entstanden sind.
An Menschen, die uns über viele Jahre begleitet haben.
An all die Augenblicke, für die sich die Mühe gelohnt hat.
Natürlich hätten wir uns ein anderes Ende gewünscht.
Aber auch wenn nun die Lichter ausgehen und die Musik verstummt, kann uns niemand das nehmen, was wir gemeinsam erlebt haben.
Wir haben elf Jahre lang versucht, für Belgern und die Menschen unserer Region etwas Besonderes zu schaffen.
Wir haben nicht immer alles richtig gemacht. Sicherlich hätte manches besser laufen können. Aber eines können wir mit gutem Gewissen sagen:
Wir haben immer unser Bestes gegeben. Und wir haben es mit ganzem Herzen getan.
Nun ist es Zeit, loszulassen.
Nicht ohne Wehmut. Nicht ohne ein bisschen Stolz. Und ganz bestimmt nicht, ohne noch einmal von Herzen Danke zu sagen.
Danke für elf unvergessliche Jahre.
Danke für Eure Treue, Eure Unterstützung und all die großartigen Momente.
Danke, dass Ihr ein Teil unserer Geschichte wart.
Passt auf Euch auf, bleibt gesund und behaltet das Schützenhaus Belgern in guter Erinnerung.
Vielleicht denkt Ihr ja irgendwann bei einem bestimmten Lied, einem alten Foto oder einem Gespräch mit Freunden zurück und sagt:
„Weißt Du noch, damals im Schützenhaus …?“
Dann haben sich diese elf Jahre für uns gelohnt.
Macht’s gut und DANKE für alles!
Euer Oli & Maik